| Exkursionsbericht: Venezuela 1996 - eine tropenbiologische Exkursion Hrsg: Wolfgang H. Kirchner u. Christine Struck, Universität Konstanz, Fakultät für Biologie, 1997 |
| Auszug: Die Cerbatana Michael März und Ilse Eisstetter Die Cerbatana ist ein küstennaher Höhenzug östlich der Stadt Carúpano gelegen (etwa 10°38' nördlicher Breite und 63°10' westlicher Länge) bis 1050 m über NN. Das Klima ist tropisch - sommerhumid mit relativer Trockenheit in den Monaten Januar bis Mai und Jahresniederschlägen >1600 mm. Die höheren Lagen sind häufig in Wolken gehüllt, dementsprechend finden sich üppige Feuchtwälder (selva nuebla; Hueck und Seibert, 1972). Auf schmalen, von Vegetation frei gehaltenen Pfaden läßt sich das Gebiet "erwandern". An den Hängen zeigt sich hauptsächlich Sekundärwald, teilweise von gerodeten Flächen unterbrochen, die sich bereits in unterschiedlichen Phasen der Sukzession befinden. Der Sekundärwald hat in der Regel nur eine mehr oder weniger dichte Baumschicht (10 - 15 m hoch), auffallend sind Baumfarne und Palmen sowie stehengebliebene Citrusbäume. Der Gipfel ist von einer gras- und farnreichen Hochstaudenflur bedeckt, mit einzelnen Baum- und Buschgruppen durchsetzt von max. 5 m Höhe. Östlich des Gipfels findet sich ein größeres Stück intakten Primärwaldes. Der Boden ist durch den mehrschichtigen Bewuchs mit Bäumen bis zu 30 m Höhe und Epiphyten sehr stark beschattet. Ebenfalls Primärwald mit zum teil mehr als 30 m hohen Urwaldriesen ist auf der Südseite auf ca. 900 m Höhe zu finden. Die West- und Nordflanke sind lichter bewachsen (Deckungsgrad der Baumschicht (60%), während auf der Südseite zwischen 9 Bachläufen z.T. ebenfalls ursprünglicher Wald bis noch unterhalb von 800 m zu finden ist. |
