4. Station des Naturlehrpfads:

Heipflanzen wachsen am Weg

Text und Webdesign: S. Engwald
Fotos (wenn nicht anders gekennzeichnet): S. Engwald

Costus guanaiensis
Wegkreuzung
Folgt man zügig von der Hütte dem Hauptweg zum Gipfel erreicht man nach ca. 50 Minuten eine größere Wegkreuzung (GPS-Messung 10°37'33,79'' nördliche Breite, 63°10''22,66' westliche Länge).
Diese Stelle ist licht und hell, da auch hier einmal Wald für ein Conuco weichen musste
. Links führt der Weg zum gut erhaltenen Nebelwaldgebiet und danach zum Gipfel, geradeaus gelangt man direkt auf den Gipfel. Auch hier stehen große Heliconia-Pflanzen und das charakteristische Ingwergewächs Costus guainensis var. 'Macrostrobilus' (siehe Foto oben rechts).

Costus guanaienensis var. 'Macrostrobilus' wird von den Einheimischen Caña de la India, also indianisches Zuckerrohr, genannt. Den gekochten Sud des Sprosses wendet man bei Diabetes und als Diuretikum (Entwässerung der Niere) an. Der frische Pflanzensaft, ins Auge geträufelt, hilft auch bei Augenirritationen. Am Wegrand wächst ein krautiger Kletterer mit gegenständigen Blättern, wahrscheinlich Matelea trianae, eine Asclepidiaceae mit weißem Milchsaft. Diese Cumichaba genannte Pflanze wird gegen Schlangenbisse (Buschmeister) eingesetzt.
Begonien mit kleinen weißen Blüten umsäumen praktisch den gesamten Weg bis zum Gipfel (Begonia glabra). Auch sie wird medizinal genutzt: Die Blütenstiele können gegessen werden oder werden zu einem Tee verarbeitet. Zusammen mit verschiedenen Beimischungen werden sie gegen Grippe getrunken und sind in Apotheken erhältlich! Sie schmecken sehr sauer, wonach sich ihr Volksname Bejuco salado ableitet.

Hedychium sp.

Unterhalb der Kreuzung wachsen am Wegrand größere Bestände einer kleinen Zingiberaceae, die Sr. Sixto als Limeña bezeichnet. Die Pflanzen gehören zur Gattung Hedychium sp.: Hier demonstriert Sixto wie die Wurzel ausgegraben wird und der adstringierende Saft getrunken wird. Es gilt als multifunktionales Heilmittel, aber vor allem als wirksames Diuretikum. In der Regel wird ein Sud daraus hergestellt, den man unter Umständen auch inhalieren kann.

Milchsaft einer Anarcardiaceae Ein kleiner Baum mit gefiederten Blättern aus der Familie der Anarcardiaceae erzeugt bei Verletzung seiner Rinde einen orangen (frisch) bis roten Milchsaft. Dieser Milchsaft ist ein effektives Wundheilmittel. Foto: Cordelia Hauf