1. Station des Naturlehrpfads:

Eingeführte Pflanzen - Waldnutzung - Sekundärwälder

Text & Webdesign: Stefan Engwald
Fotos (wenn nicht anders gekennzeichnet): Stefan Engwald

Syzygium jambosEin paar Meter oberhalb der Schutzhütte, steht zu beiden Seiten ein ca. 50 m langer Streifen einer dichten Anpflanzung von ca. 12 m hohen Bäumchen "Pomarosa" Syzygium jambos (Familie der Myrtaceae, weißblühend). Am Refugio selbst wachsen noch einige rotblühende Syzygium mallacense (Pomalacca). Kaum Licht dringt durch das dichte Kronengeflecht. Die Bäume bilden im unteren Bereich ihres Stammes oft kleine Luftwurzeln. An dieser Stelle kann man die Einbürgerung von fremden Pflanzen erklären, da diese Arten ursprünglich aus Malaysia stammen. Sie wurden angepflanzt, da ihre Früchte eßbar sind. Sie werden geerntet und auf dem lokalen Markt verkauft. Von ihrem Geschmack zeugt auch der deutsche Name der Syzygium-Arten: Rosenapfel. Das Foto zeigt die Blüte von Syzygium jambos.

Vor der Hütte pflückt Señor Sixto die Blütenstände von Anthurium andreanum. Diese hübsche einheimische Zierpflanze bringt auf dem Markt nette Nebeneinkünfte. Foto rechts: Cordelia Hauf.
Im Untertwuchs dominieren schattenliebende Aronstabgewächse. Diese Hemiepiphyten (Halbaufsitzer) schlingen sich an Stämmen hoch, verlieren jedoch nach einiger Zeit den Kontakt zum Boden. Zu ihnen gehören als Zimmerpflanzen bekannte Gattungen wie Monstera, Philodendron ( Sr. Sixto nennt sie Pantano oder Marmure) und Anthurium. Aus den Luftwurzeln von Philodendron und Monstera werden kunsthandwerkliche Dinge geflochten. Außerdem wächst hier eine Marcgraviaceae, deren bizarren Blüten von Kolibris bestäubt werden (Marcgravia cf. trianae). Das ca. 7 m rechts vom Weg vorkommende hohe Gras (Caña brava) stammt von einer benachbarten Plantage. Hier existiert ein Seitenweg, der parallel zum Hauptweg führt: dort wächst die Conopia-Pflanze (siehe Bilder unten), eine geschätzte Färbe- und Heilpflanze.
Conopia (Renealmia thyrsioides) ist eine Verwandte des Ingwer aus der Pflanzenfamilie der Zingiberaceae. Die Pflanze wird vielseitig genutzt: Der Saft der Früchte wird zum Färben von Lebensmitteln oder auch als Tinte eingesetzt. Die Blätter finden Verwendung bei der Heilung von Schlangenbissen.
Sie kann bis zu drei Meter hoch werden (Foto rechts). Die traubigen Fruchtstände entspringen an der Basis der Pflanze (Foto oben).
Sekundärwalder sind ehemals vom Menschen beeinflusste Wälder (meistens durch selektiven Holzeinschlag), die danach ihrer natürlichen Entwicklung überlassen wurden. Dies führt zu einer langsam einsetzenden Regeneration, welche allerdings selten zu der ursprünglichen Artenvielfalt führt.
Psychotria lucentifolia Psychotria lucentifolia
Psychotria poeppingiana
Rötegewächse (Rubiaceae) sind häufig im Unterwuchs von Sekundärwäldern zu finden. Die beiden oberen Fotos zeigen Psychotria lucentifolia.
Verführerisch lockt Psychotria poeppingiana rechts. Was hier wie eine Blüte erscheint, sind eigentlich nur zwei rotgefärbte Hochblätter. Aus dem gelben Zentrum brechen die eher unscheinbaren weißen Blüten hervor. Bezeichnend ist der spanische Name dieser Pflanze: Labios calientes - Heiße Lippen.
Foto: Cordelia Hauf
Brownea grandiceps
Auch die nebenstehende Schönheit wächst im Sekundärwald. Brownea grandiceps lautet ihr wissenschaftlicher Name. Dahinter verbirgt sich ein kleinerer Baum, der zu den Leguminosen gehört. Die knallroten Blütenknäuel hängen von den Ästen in mehreren Metern Höhe und heben sich stark vom dunkelgrünen Hintergrund des Waldesinneren ab.